Auch ohne einen in der Schweiz erworbenen Abschluss ist es möglich, eine Stelle zu finden. Je nach Beruf muss ein ausländisches Diplom jedoch zuerst anerkannt werden.

Die folgenden Kapitel geben einen Überblick über wichtige Schritte bei der Stellensuche und zeigen auf, welche Möglichkeiten Sie beim Einstieg in den Schweizer Arbeitsmarkt haben.

  • Diplomanerkennung

    Bei einem ausländischen Diplom muss zuerst geklärt werden, ob der angestrebte Beruf in der Schweiz reglementiert oder nicht reglementiert ist.

    Auf der Website anerkennung.swiss können Sie prüfen, ob Ihr Beruf reglementiert ist und welche Stelle für die Anerkennung zuständig ist. Einige Berufe sind nur in bestimmten Kantonen reglementiert. Die zuständige Anerkennungsstelle informiert über das genaue Verfahren.

     

    Reglementierte Berufe

    Bei reglementierten Berufen muss das ausländische Diplom anerkannt werden, bevor der Beruf in der Schweiz ausgeübt werden darf.

    Je nach Beruf und zuständiger Stelle liegen die Kosten für das Anerkennungsverfahren zwischen rund CHF 350 und CHF 3’000.

     

    Nicht reglementierte Berufe

    Die meisten Berufe in der Schweiz sind nicht reglementiert. Für diese Berufe ist grundsätzlich keine formelle Anerkennung des Diploms nötig.

    Arbeitgebende können selbst entscheiden, wie sie einen ausländischen Abschluss einschätzen. Dabei werden ausländische Diplome nicht immer als gleichwertig mit einem Schweizer Abschluss beurteilt.

    Für Hochschulabschlüsse kann Swiss ENIC eine Niveaubescheinigung ausstellen. Darin werden Angaben zur Ausbildung und zum erworbenen Abschluss aufgeführt. Die Bescheinigung kann Arbeitgebenden helfen, den ausländischen Abschluss und die erworbenen Qualifikationen besser einzuschätzen.

    Aufgrund der hohen Nachfrage kann eine Niveaubescheinigung derzeit nur beantragt werden, wenn potenzielle Arbeitgebende diese explizit verlangen.

     

    Allgemeine Informationen zum Anerkennungsverfahren

    Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI stellt diverse Videos zum Vorgehen rund um die Diplomanerkennung zur Verfügung. Auch das SEM bietet Erklärvideos dazu in verschiedenen Sprachen an.

    Anerkennungsverfahren können komplex sein. Deshalb empfiehlt sich eine Beratung und Begleitung durch eine spezialisierte Fachstelle wie HEKS MosaiQ oder die Association découvrir.

     

    Informationen zur Anerkennung von Lehrdiplomen

    Für die Anerkennung von Lehrdiplomen und Diplomen im Bereich Sonderpädagogik ist die EDK zuständig. Sie bietet auch ein Informationsvideo  zum Anerkennungsverfahren an.

    Für die Anerkennung von Lehrdiplomen und Diplomen im Bereich Sonderpädagogik gelten hohe Sprachanforderungen. In der Regel wird ein Sprachniveau C2 in einer Schweizer Landessprache verlangt.

    Das Projekt ANGEL der Pädagogischen Hochschule Luzern hat 2025 zwei Factsheets veröffentlicht. Sie geben einen Überblick über die Möglichkeiten und Herausforderungen für Lehrpersonen mit einem ausländischen Lehrdiplom. Die Factsheets zeigen, wie ein im Ausland erworbenes Lehrdiplom anerkannt werden kann oder welche Möglichkeiten es für den Erwerb eines in der Schweiz anerkannten Lehrdiploms gibt.

    • Factsheet: Anerkennung der Lehrdiplome und Requalifikation von Lehrpersonen mit Fluchterfahrung in der Schweiz
    • Factsheet: Anerkennung der Lehrdiplome und Requalifikation von Lehrpersonen mit Fluchterfahrung im Kanton Luzern
  • Stellensuche

    Die Stellensuche kann anspruchsvoll sein – unabhängig davon, ob Sie einen Schweizer oder einen ausländischen Abschluss haben. Zusätzliche Herausforderungen entstehen häufig, wenn Ihnen Berufserfahrung in der Schweiz oder ein berufliches Netzwerk fehlen.

    Folgende Schritte können den Einstieg in den Schweizer Arbeitsmarkt erleichtern:

    • Sprachkenntnisse verbessern: Gute Kenntnisse einer Schweizer Landessprache sind für die meisten Stellen entscheidend. Mit guten Englischkenntnissen allein ist der Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt oft schwieriger.

     

    • Den Bewerbungsprozess in der Schweiz kennenlernen: Bewerbungsverfahren unterscheiden sich von Land zu Land. Deshalb lohnt es sich, sich frühzeitig über den Bewerbungsprozess, die üblichen Bewerbungsunterlagen und geeignete Stellenportale zu informieren. Nützliche Informationen bieten unter anderem arbeit.swiss, berufsberatung.ch und der Career Starter.

     

    • Ein berufliches Netzwerk aufbauen: Viele Stellen werden über persönliche Kontakte gefunden. Ein berufliches Netzwerk kann auf verschiedene Weise entstehen, beispielsweise durch:
      • Freiwilligenarbeit, z.B. über benevol
      • die Mitgliedschaft in einem Verein
      • die Teilnahme an Veranstaltungen in der Wohngemeinde, beispielsweise in Bibliotheken, Quartierzentren oder Kultur- und Kirchgemeinden
      • berufliche Online-Netzwerke wie LinkedIn

     

    • Unterstützungsangebote nutzen: Wenn Sie Sozialhilfe beziehen, können Sie je nach Kanton oder Gemeinde Unterstützung bei der Stellensuche erhalten, beispielsweise durch ein Jobcoaching oder ein Mentoring. Welche Angebote zur Verfügung stehen, hängt vom Wohnort ab.

     

    • Praktika als Einstieg nutzen: Praktika bieten die Möglichkeit, Berufserfahrung in der Schweiz zu sammeln, das berufliche Netzwerk auszubauen und Referenzen zu erwerben. Besonders nach einem Hochschulabschluss können sie den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Die Entlöhnung liegt häufig zwischen rund CHF 500 und CHF 2’000 pro Monat.

     

    • Career Centers der Hochschulen nutzen: Wenn Sie in der Schweiz studiert haben, können Sie die Angebote des Career Centers Ihrer Hochschule nutzen. Sie unterstützen Studierende und Absolvent*innen beim Berufseinstieg, bieten Informationen zum Bewerbungsprozess in der Schweiz an, organisieren Netzwerkanlässe und betreiben eigene Stellenplattformen für Berufseinsteiger*innen.
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