Viele Hochschulen haben spezifische Förderangebote für Geflüchtete entwickelt. Diese unterscheiden sich in Umfang und Ausgestaltung. Das Spektrum reicht von Anlauf- und Koordinationsstellen bis hin zu einjährigen Brückenangeboten, die gezielt auf ein Studium vorbereiten und teilweise alternative Zugangswege zu einer Hochschulausbildung eröffnen.
Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit den entsprechenden Stellen ist in jedem Fall empfehlenswert. Sie ermöglicht eine individuelle Klärung der Zulassungsvoraussetzungen, informiert über bestehende Unterstützungsangebote und erleichtert die Studienplanung.
Auch für Personen, die die formalen Zulassungsbedingungen bereits erfüllen und direkt ein Studium aufnehmen könnten, kann der Besuch eines Brückenangebots sinnvoll sein. Solche Programme bieten die Möglichkeit, sprachliche und fachliche Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln, den Hochschulalltag kennenzulernen und erste Erfahrungen im akademischen Umfeld zu sammeln.
Gleichzeitig unterstützen sie die Teilnehmenden dabei, ihre Studienwahl zu reflektieren und die Anforderungen des gewählten Studiengangs besser einzuschätzen.
In einigen Förderangeboten können während dem Brückenangebot nebst dem Besuch von Lehrveranstaltungen bereits Prüfungen abgelegt und ETCS-Credits erworben werden. Diese können bei einem späteren Studium angerechnet werden und den Einstieg ins Studium erleichtern.
Durch diese gezielte Vorbereitung können die Erfolgschancen im anschliessenden Studium erhöht werden.
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Übersicht der Förderangebote an Schweizer Hochschulen
Schweizweit gibt es rund 30 Hochschulförderangebote. Ein Beschrieb von sämtlichen Angeboten finden sie hier.

Übersichtskarte Förderangebote -
Bewerbungsfristen
Die Bewerbungsfristen der einzelnen Hochschulförderangebote für Geflüchtete unterscheiden sich je nach Hochschule. Die Mehrheit der Angebote dauert zwei Semester und beginnt jeweils im Herbstsemester. Die Bewerbungsfristen liegen in der Regel zwischen Ende Februar und Mitte Juli. Die genauen Fristen sind auf der Webseite der jeweiligen Angebote aufgeführt.
Für einige Förderangebote an Schweizer Hochschulen ist derzeit noch eine Bewerbung für die Teilnahme ab Herbstsemester 2026 beziehungsweise Frühlingssemester 2027 möglich. Eine tabellarische Übersicht zu Infoveranstaltungen und Bewerbungsfristen finden Sie hier.
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Kategorien der Hochschulförderangebote
Perspektiven – Studium hat eine Kategorisierung der verschiedenen Förderangebote im Bereich Hochschulzugang für Geflüchtete vorgenommen. Dabei konnten fünf Angebotskategorien identifiziert werden:
- Anlauf-, Koordinations- & Beratungsstellen
- Integrationsvorstudium / Brückenangebote
- Alternative Zulassungsmöglichkeiten
- Weiterbildungsangebote
- Zivilgesellschaftliche Projekte
Alle Hochschulförderangebote leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Hochschulzuganges für Geflüchtete. Es gibt dabei auch nicht DAS perfekte Förderangebot. Je nach Bildungsbiografie, Sprachkenntnissen und individueller Situation sind unterschiedliche Unterstützungsleistungen erforderlich.
Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Kategorien finden Sie hier.
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Teilnehmendenprofile und Wirkungsdaten
Bisher liegen nur begrenzte statistische Daten zu hochqualifizierten Geflüchteten sowie zu Geflüchteten im Studium vor. Perspektiven – Studium erhebt deshalb jährlich anonymisierte Teilnehmendendaten bei den Hochschulförderangeboten in der ganzen Schweiz. Eine umfassende und systematische Datenerfassung ist derzeit jedoch nicht in allen Förderangeboten möglich.
Die Auswertung der verfügbaren Daten aus 18 Projekten zeigt, dass im akademischen Jahr 2024/25 insgesamt 646 Personen an den Programmen teilgenommen haben.
Für 189 Teilnehmenden liegen vertiefte soziodemografische Informationen vor:

- 63% der erfassten Personen waren Frauen.
- 41,3% verfügten über einen Asylstatus B, gefolgt von 34,4% mit Schutzstatus S.

- Die beiden häufigsten Herkunftsländer waren die Ukraine (74 Personen) und die Türkei (62 Personen).
- 63% der Teilnehmenden waren älter als 31 Jahre.

- 57% verfügten mindestens über einen Bachelorabschluss.
Erfolgsquoten
Aus acht Projekten liegen zudem Daten zum weiteren Verlauf der Teilnahmen vor. Diese zeigen:
- Rund 77% der Teilnehmenden schlossen das jeweilige Angebot erfolgreich ab.
- Rund 82% der erfolgreichen Absolvent*innen fanden anschliessend eine geeignete Anschlusslösung, beispielsweise in Form eines Studiums, einer anderen Ausbildung oder einer Erwerbsarbeit.
Die kompakte Übersicht finden Sie hier.
Darüber hinaus hat Perspektiven – Studium Daten aus den Hochschulförderangeboten aus dem Zeitraum von 2016 bis 2024 ausgewertet. Die Analyse umfasst 1‘200 Personen und zeigt folgende Merkmale:
- 57% der erfassten Personen waren Männer.
- 50% verfügten über einen Asylstatus B.
- Mit 47% stellte die Türkei das häufigste Herkunftsland dar.
- 63% der Teilnehmenden waren älter als 31 Jahre.
- 57% verfügten mindestens über einen Bachelorabschluss.